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Rock & Bloc-Team |
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der DAV-Sektion Rosenheim |
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Zwei Bayerische Meistertitel gehen nach Rosenheim.Die Bayerische Meisterschaften im Sportklettern und Speedklettern in der Kletterhalle Rosenheim mit zwei Erfolgen der Gebrüder Schiffer.
Am vergangenen Wochenende fand in Rosenheim der Saisonabschluss der bayerischen Wettkampfsaison im Sportklettern statt. Während am Samstag die Jugend ihre Landesmeister ermittelte, sollten am Sonntag die Erwachsenen antreten. Allerdings machte sich bereits bei der Registrierung Enttäuschung unter den Verantwortlichen breit. Viele Absagen der vorangemeldeten Teilnehmer trudelten ein, so dass die geplanten Jahrgangsklassen 50+ und 60+ entfallen mussten und auch bei den Damen und Herren waren deutlich weniger Starter angetreten als erwartet. Daher beschloss das Schiedsgericht den Zeitplan gegenüber der Ausschreibung etwas zu straffen, was allerdings die Zuschauer büßen mussten, die erst zum Zeitpunkt des ursprünglich angesetzten Finalbeginns eintrafen – sie konnten gerade noch das Ende des anschließenden Speedwettkampfes miterleben. Die beiden Routenschrauber hatten sich sichtlich Mühe gegeben, jeder Startklasse zwei tolle Qualifikationsrouten zu präsentieren. Wie bereits im Jugendwettkampf, lag der Schwerpunkt der Anforderungen wieder auf technischer Raffinesse – während stupide Ausdauerkraft alleine nicht ausreichte. Die Schwierigkeiten der Routen wurden gut getroffen – nur eine Herrenroute war vielleicht eine Spur zu einfach, so dass die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer diese bis zum Ausstieg durchklettern konnte. Die besten sechs Teilnehmer aus der Summe der beiden Vorrundenversuche gelangten ins Finale, wo sie nun in umgekehrter Reihenfolge gegeneinander antreten. Im Damenfinale ist mit Sophie Mühlbacher nur eine Rosenheimerin vertreten, da Maria Beil als Siebte bereits in der Qualifikation scheiterte. Die Finalroute weist bereits nach dem ersten Drittel eine sehr ausdauernde Passage an einer kleinen Dachkante auf, bevor ein weiter Untergriffzug eine mittelmäßige Rastposition über dem Dach erlaubt. Die Deggendorferin Maria Gut, sowie Sophie Mühlbacher aus Rosenheim scheitern beide an dem Untergriffzug – wobei aber Maria den nachfolgenden Griff noch berühren kann und sich so hauchdünn auf den dritten Platz vorschiebt. Die beiden Führenden nach der Qualifikation Luisa Deubzer (München-Oberland) und Chiara Klostermann (Ringsee) erreichen jeweils die Rastposition über der Kante. Leider wird aber beiden kurz darauf ein wackliger Zug in eine Verschneidung zum Verhängnis – wodurch Chiara aufgrund des knapp besseren Qualifikationsergebnisses die Bayerische Meisterschaft bei den Damen gewinnt.
In der Herrenkonkurrenz geht es über den steilsten Wandbereich, den die Kletterhalle zu bieten hat. Athletische Züge sind bereits ins Dach hinein zu meistern. Es folgt eine sehr anstrengende und akrobatische Passage mit einem sehr dynamischen Zug zu einem relativ guten Sloper an der Dachkante. Gleich als erster Starter kommt der Rosenheimer Lokalmatador Lukas Schiffer aus der Isolation. Mit einer fehlerfreien Vorstellung kämpft er sich durch das Dach und schafft - sichtlich am Limit seiner Kräfte - noch zwei Züge darüber hinaus, bevor er unter dem Applaus der Zuschauer abfällt. Im Anschluß steigt Berhard Schwarz aus Bad Aibling in die Route ein – dessen Wettkampferfahrung sich aber eher auf Boulderwettbewerbe beschränkt, was ihm gleich zum Verhängnis wird. Er hat bereits beide Füße vom Boden steigt nochmal kurz zurück, um die erste Zwischensicherung vom Boden zu klippen – was als abgebrochener Versuch gewertet wird und ihm den sechsten Platz beschert. Er klettert im Anschluss trotzdem (ohne Wertung) und schafft noch die ersten Züge im Dach, was an der Platzierung aber nichts geändert hätte. Auch der nächste Starter Jochen Perschmann kommt im Dach nicht allzuweit und wird letztendlich fünfter.
Es folgen die drei Qualifikationsbesten – als erstes Bruno Vacka, der Kletterhallenchef höchstpersönlich. Zielstrebig gelangt er an die Schlüsselstelle, umgeht den dynamischen Zug an die Kante aber mit einer ganz eigenen Version weiter rechts, die zwar etwas länger aber womöglich leichter war. Das sichert ihm die Reserven, um zwei Griffe weiter zu klettern als vor ihm Lukas Schiffer. Der starke Münchner Christoph Hanke läßt bei dem dynamischen Zug an die Dachkante die Füße auspendeln und schafft es nicht mehr sie auf einen Tritt zu setzen, so dass er von dem Sloper regelrecht „abfault“ - für ihn bedeutet das letztendlich Platz vier.
Zum Schluß geht der klare Favorit ins Rennen. Jan Hojer aus Frankfurt am Main ist nicht nur amtierender Deutscher Juniorenmeister, sondern auch stark am Fels unterwegs, wo er heuer die wohl berümteste Sportkletterroute der Welt „Action Directe“ (11) (==> Video) im Frankenjura klettern konnte. Mit spielerischer Leichtigkeit turnt Jan durch das Dach und klettert über den leicht überhängenden Pfeiler mit seinen abschüssigen Griffen bis hinauf zum Ende der Route – wo er erst am Abschlußdynamo scheitert. Er wird damit Tagessieger – da er aber aus Hessen stammt und Bruno Vacka gebürtiger Kroate ist, geht der Titel des Bayerischen Meisters an den Drittplatzierten Lukas Schiffer. Im Anschluss folgt die Bayerische Meisterschaft im Speedklettern. Dabei müssen zwei sehr leichte Routen in möglichst kurzer Zeit geklettert werden. Der Wettkampfmodus nach der Qualifikation ist ein K.o.-System bei dem zwei Kletterer im direkten Duell gegeneinander antreten, was insbesondere für die Zuschauer sehr attraktiv ist. Bei den Damen dreht Luisa Deubzer jetzt den Spieß um und besiegt Chiara Klostermann, dritte wird Maria Gut aus Deggendorf. Sophie Mühlbacher aus Rosenheim wird erneut undankbare Vierte.
Bei den Herren zeigt wiederum Jan Hojer als Deutscher Speedmeister, was im Speedklettern möglich ist und beeindruckt bereits in den Vorrunden durch kontinuierlichen Zeiten unter 10 Sekunden für die 14 Meter Wandhöhe. Im Halbfinale wirft er Christoph Hanke aus dem Rennen und im anderen Duell müssen die beiden Schiffer-Brüder gegeneinander antreten, das der ältere Florian für sich entscheidet. Im Finale hat er jedoch gegen Jan keine Chance – wird aber als bester bayerischer Starter trotzdem Bayerischer Speed-Meister. Insgesamt war das Wettkampfwochenende in der Rosenheimer Kletterhalle wieder eine gelungene Veranstaltung, bei der die vielen Helfer unzählige Stunden investiert haben, um sie erfolgreich durchführen zu können. Ihnen gebührt aufrichtiger Dank, genauswo wie den Betreibern der Kletterhalle, die ihre Sportstätte für zwei Tage kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Ausserdem müssen die zahlreichen Sponsoren erwähnt werden, die nicht nur viele Preise gestiftet haben, sondern auch die Förderung des trainingsintensiven Leistungssports übernehmen. Der einzige Wehrmutstropfen war die schwache Teilnehmerresonanz am Sonntag, die letztendlich auch dafür verantwortlich war, dass zahlreiche enttäuschte Zuschauer zu spät zum Finale kamen. Für die Zukunft sollte sich der Kletterfachverband intensiv Gedanken darüber machen, wie die Bayerische Meisterschaft wieder eine attraktive Veranstaltung werden kann, zu der neben mehr Top-Leuten auch ein breiteres Mittelfeld antritt. |