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Stützpunktfahrt nach Fontänblö

Bouldern in Fontainbleau

Eine große Delegation von 13 Mann (und Frau) des Stützpunkts Rosenheim machte sich zur ersten Boulderfahrt seit Bestehen des Teams auf nach Fontainebleau, das im Neubayerischen auch gern Fontänblö genannt wird. Dabei verlief jedoch nicht Alles nach Plan, angefangen bei sprachlichen Hürden, die sich als recht hoch und teils unüberwindbar darstellten.

Nachdem insgesamt drei Autos zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Tagen endlich eingetroffen waren und sämtliche Stützpunktler mit ihren bettartigen Bouldermatten ausgestattet und einer Schwarte von Boulderführer bewaffnet waren durfte nun endlich Hand an den bleauschen Fels angelegt werden. Es wird ja gerne gewarnt, dass man in Bleau sein blaues Wunder erleben kann, dementsprechend schraubten wir alle unsere Ansprüche herunter. Und siehe da, selbst in 5c und 6a Bouldern kann sich ein 7c Boulderer eine Watschn abholen. Bis auf „The Machine“ (Julian), der unverdrossen seine vor Monaten schon akribisch und mit modernem Medieneinsatz via Youtube erstellte „Ticklist“ abspulte. Der Klassiker- Sprung Halebopp konnte ihm ebenso wenig standhalten, wie zwei weitere 8a Boulder. Im Übrigen hört man in den Wäldern Stimmen flüstern, die behaupten, dass „Hinkebein“ (Lena) absichtlich ihr Sprunggelenk schrottete, um von ihren wackeligen Versuchen in der senkrechten 6a Platte abzulenken. Wenigstens konnte sie dann im Krankenhaus ihre Französischkenntnisse unter Beweis stellen und auch „Bambi“ (Zeno) hatte dann etwas mehr Gesellschaft beim Spotten und Blödeln.

Hannes Wiesböck

Nun ist es so, dass jeder Boulderer sein Auto auch einmal volltanken muss, was ja nicht weiter schlimm wäre, wenn da nicht die Franzosen mit ihrer etwas merkwürdigen Beziehung zum Automobil wären. Unser Europcar Golf Plus steht da seelenruhig und wartet bis das Funk Taxi vollgetankt wird- Rummms. Man gibt der Autofahrerin zu verstehen sie möge doch bitte warten und schaut sich den kleinen Kratzer und zerbrochenen Reflektor an der hinteren Stoßstange an. Was macht der Franzose in so einer Situation? Er fährt einfach davon… wie selbstverständlich. So konnte Hinkebein ihr Französisch in drei Polizeidienststellen an die Frau bringen, ob die das mit der Fahrerflucht kapiert haben werden wir wohl nicht mehr erfahren.

Nicht genug der Kuriositäten. Am Ruhetag steigt Flo aus dem Auto und trottet Richtung Blöcke, da vernimmt er eine vertraute Stimme- aus Südafrika. Scott, der Hausmeister der Rocklands und Führerautor steht vor ihm. Natürlich wird er zum Abendessen eingeladen, allerdings sind wir davon ausgegangen, dass er den guten französischen Rotwein verträgt, dem war leider nicht so.

Nach dem Ruhetag folgten weitere zwei wunderschöne Bouldertage und viele Probleme fielen den teils blutenden Fingern zum Opfer. Zunehmend konnten wir uns besser am doch sehr eigenen Sandstein mit seinen vielen Auflegern und Leisten festhalten und Mantler auf einer elefantenhautähnlichen Struktur manchmal etwas unbeholfen hochschrubben. Wie sehr sich die Stützpunkler dabei ins Zeug legten ist den Bildern zu entnehmen.

Auch Aische (Maria) machte nicht nur gute Fortschritte in ihrem gebrochenem deutsch, sondern auch beim Bouldern (Tschuldigung). Sie ließ einige psychisch anspruchsvolle Probleme unter sich und toppte viele Blöcke nach oben aus.

Maria

Aber auch alle anderen Boulderisten machten eine äußerst gute Figur beim Klettern, jedes persönliche Highlight hier aufzuzählen wäre wohl etwas zu sehr Platz beanspruchend, möget ihr mir es verzeihen.

Nico

Flo

So bleibt uns nur „Au revoir“ zu sagen, denn die unzähligen Blöcke in diesem Märchenwald mit ihren unvergleichlichen Strukturen und Formen werden uns vielleicht bald wieder sehen. Denn bis man dort auch englisch versteht, können wir wohl nicht mehr warten. Aber eines muss man den Franzosen lassen: Wein, Essen und die Schokocroissants sind Klassen besser als bei uns- die Boulderblöcke sowieso.

Text und Fotos: Sandro Kley

Nico

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