Sektion Rosenheim

DAV

des Deutschen Alpenvereins e. V.
   

Skitourenwoche im Sarntal 21.02. - 25.02.2010

Tourenbegleiter: Renate Bielmeier

Teilnehmer: Sepp Duschl, Martin Stemberger, Inge Basler, Brigitte Schwaiger, Helen Putz,
Wolfgang Fischer, Wolfgang Boras, Gernot Gassner, Uwe Voigt

Text und Bilder: Uwe Voigt

Skitouren im Sarntal

Das Sarntal erstreckt sich 35 km von Bozen in nördlicher Richtung. An seinem Ende liegt auf ca. 1600 m die Siedlung Durnholz mit dem gleichnamigen See, Ausgangspunkt unserer Skitouren. Unser Quartier - die Pension Jägerhof - bot kulinarischen Hochgenuß zwischen bodenständiger Küche und italienischer Vielfalt in Verbindung mit hervorragendem Service.

Durch eine wildromantische Schlucht im Süden verbindet die Talstraße mit 20 Tunnels die Einwohner das ganze Jahr hindurch mit der Welt. Erscheint das Tal im Süden auch schroff, eng und wenig einladend, so ändert sich dieser Eindruck bald. Kurz vor dem Hauptort Sarnthein weitet sich das Tal und macht sanften Hängen und grünen Wäldern Platz. Oberhalb der Almwiesen markieren Zirbelkiefern und Legföhren die Waldgrenze und zeigen den Beginn der kargen Felsregion an.

Blick auf das Durnholzer Tal

Durch die unzugängliche Schlucht im Süden war das Tal ein von der Außenwelt abgeschirmter Raum. Dadurch konnte sich ein unvergleichlicher Schatz an kostbarem Volksgut erhalten, der das Bauernleben bis in die moderne, unruhige Zeit von heute prägt. Viele der bestehenden Höfe tragen deutsche Namen. Das Sarntal ist das deutscheste aller Täler südlich des Brenners.

Die Sarner selbst sind in ihrem Wesen rau und unnahbar, allem Neuen gegenüber zurückhaltend, aber doch hilfsbereit und vor allem gastfreundlich. Die beste Eigenschaft der Sarner ist ihre ausgeprägte Liebe zur Heimat. Damit kann ihre Traditionsverbundenheit, die Pflege von Tracht und Brauchtum gut erklärt werden. Begegnet man einem Sarntaler in seiner stolz getragenen Tracht, so fällt der bewundernde Blick auf den kunstvoll verzierten Bauchgurt. Hinter dieser in der Sarntaler Mundart "Fatsch" genannten Lederbinde steht ein traditionelles Kunsthandwerk, das seit über 200 Jahren ausgeübt wird: das Federkielsticken. Dieses wieder aufblühende Handwerk genießt im Sarntal immer noch ein natürliches Monopol. Auch die fast ausgestorbenen Berufe des Korbmachers, Handwebers und des Pfeifenschnitzers sind noch lebendig.

Abfahrt im Pulverschnee

Übrigens: Skitouren sind wir auch gegangen. Das durch einen lichten und kurzen Nadelholzbestand gekennzeichnete Gelände mit seinen ideal geneigten Hängen bietet gute Skitourenbedingungen. Größtenteil pulverige Schneeverhältnisse machten die Abfahrten zum Vergnügen. Leider ließ die nebelige Luft im Bereich über 2200 m nur einmal Gipfelglück zu. Trotzdem waren wir begeistert von der herrlichen Natur. Bei dichtem Schneetreiben aber Sonne im Herzen traten wir die Heimreise an. In Klausen besichtigten wir nach 200 Hm Fußmarsch noch das Kloster Säben.

Schlechte Sicht