Sektion Rosenheim

DAV

des Deutschen Alpenvereins e. V.
   

Skitouren in der Fanes (27. - 30.1.2011)

Tourenbegleiterin: Gaby Friesinger
Bilder: Markus Wechselberger
Text: Gaby Friesinger

Andermatt
Der Gipfelhang des Zehner

Um es gleich vorneweg auf den Punkt zu bringen: Es waren richtig schöne Tourentage!

Naja, wird sich da so mancher Leser denken, das sagen sie immer alle …vor allem wenn der Tourenleiter selber den Bericht verfasst! Stimmt, aber dann weiß er aber auch wovon er spricht und was er zu schätzen weiß!

Um auf unsere Skitouren in der Fanes zu kommen:

Wir hatten das Glück, bei bestem Wetter in dieser herrlichen Dolomitenlandschaft unterwegs sein zu dürfen. Es hatte zudem kurz zuvor noch etwas Neuschnee gegeben, so dass wir unsere Zopferl teilweise in den noch unberührten Schnee zeichnen konnten. Dieses Privileg ließen wir uns v.a. am traumhaften Zehnergipfelhang nicht nehmen: auch wenn die Brotzeit etwas kürzer ausfiel (aber an dem Tag war es eh kalt) – diese „first tracks“ wollten wir uns nicht nehmen lassen. Schließlich hatten wir auch einen guten Teil des Anstiegs gespurt! Die Abfahrt vom Zehner (3023m) war ein Traum, was uns in unserem Übermut bewogen hat, gleich im Anschluss dem Neuner (2968m) auch noch ein Stück weit zu Leibe zu rücken und auch ihm unsere Abfahrtshandschrift aufs Auge besser gesagt in den Schnee zu drücken.

Andermatt

Im Anstieg zum Monte Castello

Vielen dürfte die Fanes ein Begriff sein – eine sagenumwobene Landschaft im Dolomiten-Naturpark Fanes/Sennes/Prags. Im Sommer wird diese Gegend von Mountainbikern und Wanderern in Beschlag genommen, im Winter von Skitourengehern und Schneeschuhwanderern! Auf diesem Hintergrund war es umso erstaunlicher, dass wir auf unseren Touren teilweise alleine unterwegs waren. So „gehörte“ uns der Monte Castello (2770m) mit seinem Friedensbiwak unterhalb des eindrücklichen Gipfelfelsens ganz alleine und auch die Aussicht auf die unmittelbar gegenüber liegende Tofana di Rozzes mussten wir mit niemanden teilen.

Andermatt

Am Gipfelfelsen des Castello

Selbst auf dem klassischen Aussichtsberg Pareispitze (Col Beccei di Sora, 2794m), den wir sonntags bestiegen, waren außer uns nur noch zwei Südtiroler unterwegs. Die Pareispitze ist als Skitourenberg mit ihrer gigantischen Aussicht fast ein Muss: anspruchsvolle Dolomitenklassiker wie der Seekofel oder die Kleine Gaisl liegen direkt gegenüber und auch die Lavarella (die sich zum Zeitpunkt unserer Touren auf Grund der eher unterdurchschnittlichen Schneemenge nur mit Pickel und Steigeisen besteigen ließ) zeigt sich in ihrer ganzen Schönheit.

Andermatt

Im Anstieg zur Pareispitze

Die für die Fanes ungewöhnliche Einsamkeit spiegelte sich auch in der Hüttenbelegung wider: außer uns waren nur noch wenige Gäste da! (Allerdings nur bis Samstagabend! Gerne wird die Faneshütte und auch die in einer Viertelstunde Entfernung liegende Lavarellahütte von den Italienern am Wochenende heimgesucht!) Dass wir auf der Faneshütte neben dem Genuss der Einsamkeit auch noch kulinarisch verwöhnt wurden, ließ diese Skitourentage zu einem runden Erlebnis werden. Noch etwas Anderes sei an dieser Stelle erwähnt: bei dem derzeitigen Skitourenboom schadet es nicht, ein wenig antizyklisch unterwegs zu sein. Das dürfte uns mit dem für die Fanes eher unüblichen Januartermin gelungen sein! Ab Mitte Februar bzw. dann im März tanzt dort - gutes Wetter vorausgesetzt – der Bär! Das Wichtigste sei aber noch erwähnt: die einsamsten Anstiege, die schönsten Abfahrten, das beste Essen können einem verleidet werden, wenn die Gruppe nicht „passt“!

Deshalb an euch alle, die ihr dabei wart, ein Dankeschön für die schönen Tourentage!

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