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Endlich war es so weit, der ersehnte Skitourenurlaub im April war da. Nach diversen Piepser-Einweisungen, Ausrüstungskomplettierungen und Wachsen der Ski war nun jeder der Gruppe fit für die Tourenwoche im Ortlergebiet. Nur das Wetter nicht, denn es bestand zum Zeitpunkt des Aufbruchs Südföhn, also im Norden hui und im Süden pfui. Da keiner in der Gruppe gesteigerten Wert auf Herumgestapfe bei Schneefall und schlechter Sicht legte, entschloss sich unser Tourenbegleiter Christian Maas das Ziel kurzfristig zu ändern. Er entschied sich für die Bamberger Hütte in den Kitzbüheler Alpen. Schon am ersten Tag peilten wir unseren ersten Gipfel an. Es war der Schafsiedel (2447 m), der - obwohl nicht besonders schwierig - von jedem seinen Tribut forderte. Von einem der Gruppe jedoch ganz besonders: unser Gruppenälteste, klagte über die schlechte Gleiteigenschaft seiner "neuen" Felle. Abschließende Untersuchungen auf der Hütte ergaben, dass eines der Felle falsch herum montiert war... kann ja mal vorkommen?! Trotz anfänglichen Gelächters hatte von diesem Zeitpunkt an jeder Respekt vor der Kondition unseres Gruppenältesten. Nachdem das Fell richtig auf dem Ski klebte und das Tourengehen von nun an für "alle" ein Spaß machte, konnten wir die Kitzbühler Gipfel unsicher machen. Am nächsten Tag stand das Kröndlhornl (2444 m) auf dem Programm. Da manche aus unserer Gruppe danach aber noch nicht genug hatten, wurden der Salzachgeier und der Schafsiedel zusätzlich an diesem Tag von ein paar von uns noch bestiegen. So konnten wir rassige Abfahrten zur Bamberger Hütte genießen. In meinem Fall war der Genuß auf der Bamberger Hütte jedoch zu Ende, denn die Konsistenz einer meiner Bindungen hatte sich merklich geändert - aus eins mach zwei! Aufgrund meiner anfänglichen Ambition zum Ski-Weit-Weg-Wurf einerseits und des verschlechternden Wetters andererseits mussten neue Überlegungen angestrebt werden. Da sich die Wetterküche nun wendete und es im Süden schöner wurde, entschlossen wir uns nun doch noch ins Ortlergebiet zu fahren. Die Reise dorthin war für mich eine Sportgeschäfts-Odyssee, um meine kaputte Bindung reparieren zu lassen. Leider konnte dies auf die schnelle nicht geschehen und ich musste mir Leihski nehmen. Nach längerer Fahrt erreichten wir die weitbekannte Brancahütte am Fuße des Pallon de la Mare. Den Ruf, der ihr vorauseilt, trägt sie mit Recht, denn jede Mahlzeit bedeutete einen kulinarischen Höhepunkt. Die einmalige Lage in einem wunderschönen Gletschergebiet überredet zusätzlich jeden Bergbegeisterten zum Bleiben. Das Wetter spielte hervorragend mit und so konnten wir bei strahlendem Sonnenschein die Tourenhighlights Pallon de la Mare (3685. m), Cima San Giacomo (3281 m) und Monte Tresero (3594. m) genießen. Bei der Abfahrt vom Tresero bekamen wir noch eine kleine Showeinlage von Extremsnowboardern. Sie befuhren steilste Gletscherbrüche mit einer Perfektion wie unsereiner das Feldalpenhorn bei Pulverschnee. Trotz dieser dargebotenen und wahrscheinlich für keinem von uns erreichbaren Leistung war jeder von uns mit sich zufrieden. Jede Tour inkl. Gipfelglück wurde natürlich auf der Hütte mit Rotwein begossen. Ob unsere markant-rote Nasenfarbe aufgrund der Sonne oder des Rotweins entstand, wird jedoch ein ewiges Rätsel bleiben ..... Stefan Hintermeir
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