Sektion Rosenheim

DAV

des Deutschen Alpenvereins e. V.
   


Kitzbüheler Skidurchquerung
vom 13.02. – 15.02.2006

Geleitet von Christian Maas

Teilnehmer: Ingrid Embacher, Todd Martin, Beppi Müller, Martin Rapolder, Christian Maas und Uwe Voigt

Text: Uwe Voigt
Bilder:
Ingrid, Todd und Josef

 

Montag, 13.02.06


„Skibergsteigen umweltfreundlich“ beginnt bei uns schon mit der Anreise. Per Bahn nach Kirchberg/Tirol und weiter mit dem Taxi zu unserem Ausgangspunkt der Oberlandhütte im Spertental.

Bei herrlichstem Wetter starteten wir. Nach einem langen Fahrweg und Querung eines Bachtälchens empfing uns prächtiges ungespurtes Skigelände. Die Lawinengefahr war an einigen Stellen erheblich, so dass wir ausreichende Sicherheitsabstände einhielten.
Trotz Pulverschnee war der Aufstieg mühsam. Jetzt konnte Christian seine „neue“ Spitzkehrentechnik anwenden. Auch Peppi und Ingrid wechselten sich beim Spuren ab. Und plötzlich, nur wenige Meter über uns, hoppelte ein Schneehase über das weite Weiß. Kurz vor dem Gipfel formierten wir uns zu breiter Front, so dass wir gemeinsam den Gipfel des Großen Tanzkogel, 2 097 m erreichten. Die nun folgende kleine Abfahrt mit Fellen unter den Skiern war keine so glückliche Entscheidung; denn einige unserer Gruppe „bombte“ es in den Schnee! Das Gerstinger Joch rechts liegend lassend über weiche Hügel, die charakteristisch für die Kitzbüheler Alpen sind, erreichten wir den Abfahrtspunkt.

Dass wir bei dieser Querung ein Birkhuhn aufschreckten, das sich in einer Schneehöhle versteckt hielt, konnten wir nicht ahnen. Die Abfahrt zu unserem Quartier - dem Steinberghaus im Windautal - gestaltete sich bei angetautem Pulverschnee im unteren Teil als etwas anstrengend. Bei sehr guter Verpflegung und in lustiger Runde ließen wir diesen schönen Tourentag ausklingen. Für Todd war es ein besonders anstrengender Tag. Doch wir trösteten Ihn, dass es morgen bei nicht so weiter Wegstrecke besser gehen würde.

 

Dienstag, 14.02.06

Da wir heute nicht so weit unterwegs sein sollten, konnten wir uns Zeit lassen, sprich längere Pausen einlegen. Wieder bei schönstem Winterwetter führte uns die Tour zum Lodron,
1 925 m und weiter nach Kelchsau. Dazu stiegen wir über schöne und breite Hänge zum Steinberg, 1 886 m auf. Ein eisiges Lüftchen, trotz Sonne, empfing uns am Gipfelplateau. Kleine Mulden zum Schutz waren eher symbolischer Art zum Brotzeit machen. Ingrid hatte eine gute Idee wie wir alle auf ein Bild kommen. Zwei Stöcke in den Schnee, einen Ski durch die Schlaufen und darauf die Kamera zur Selbstauslösung!

Nach kurzer Querung in Richtung Lodrongipfel begann eine mit relativ wenig Spuren durchfurchte schöne Abfahrt. In Zusammenarbeit mit den Wirtsleuten vom Steinberghaus hatte Christian eine Pension in Kelchsau gefunden. Nach kurzer Auswertung des Tourentages und ein paar Gläschen Rotwein fanden wir die nötige Bettschwere.

Mittwoch, 15.02.06
Von Kelchsau über das Schwaigberghorn, 1 990 m, in die Wildschönau nach Auffach führte uns die heutige Tour. Bei föhnartigem Wetter hatten wir einen guten Aufstieg. Unterhalb des Gipfelaufbaues entschlossen wir uns den vor uns liegenden Rücken des Schwaigberghorns zu Fuß zu bewältigen. Am Gipfel ankommend sahen wir schon am Horizont eine Schlechtwetterfront. Die Abfahrt durch pulvrigen Schnee machte wieder richtig Freude. Jetzt endlich durfte Ingrid vorausfahren um ein paar Bilder von uns in den Abfahrtspositionen zu schießen. Leider hat es dabei keinen „gebombt“! Von nun an hieß es Ski schultern und per Fuß nach Auffach, was mich mehr ermüdete als Aufstieg und Abfahrt zusammen. In der Wirtschaft beratschlagten wir dann, die Durchquerung fortzusetzen oder nicht? Christian telefonierte dazu mit Michaela in Kolbermoor, die laut Internet die Wettervorhersage bestätigte: morgen Regen bis ca. 1 600 m Höhe! Nach kurzer Abstimmung entschlossen wir uns die Durchquerung abzubrechen und die Heimreise anzutreten. Drei herrliche Ski-Tourentage lagen hinter uns. Per Bus bis Wörgl und Bahn wieder nach Hause beendeten wir unsere Kitzbüheler-Teildurchquerung feuchtfröhlich!