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Skihochtouren
von der Gnifetti- bzw. Mantovahütte |
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Christian Maas Dank guten Wetters konnte an jedem der drei Tourentage einer der nahegelegenen Viertausender des Monte-Rosa-Massivs erstiegen werden: Vinzenz-Pyramide (4215 m), Ludwigshöhe (4341 m) und Punta Parrot (4432 m). |
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| Am frühen Morgen
starteten wir, 6 begeisterte Skitourengeher, von Rosenheim über den
Brenner, Mailand auf die Südseite des Monte Rosa Gebietes nach Alagna
zur Talstation in 1200 m Höhe. Nach einer kurzen Pause, ging es bei
Regen, Schnee und Nebel in 3 Sektionen zur Station zur Bergstation,
in 3200m Höhe. Die 3000 m Höhenunterschied von der PO- Ebene bis zur
Station, die wir nur in wenigen Stunden zurück legten, machte uns alle
zu schaffen. Mit ca. 16 kg Gepäck und dichtem Nebel stiegen wir zur
3.500m hohen "Mantova-Hütte", unserem Zuhause für die nächsten Tage.
Nur eine Schweizer-Gruppe hatte sich kurz vor uns hierher verirrt. |
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Das Gipfelpanorama war eindrucksvoll. Vom Gran Paradiso im Süden über den Mont Blanc und Matterhorn im Westen sowie die umliegenden 4.000er bot sich uns ein überwältigender Blick. Prachtvolle Pulverschneehänge standen uns nun zur Abfahrt bereit.Nach ein paar Schwüngen bohrte sich meine Skispitze in den Schnee und ich verschwand mit dem Oberkörper darin. Ich war in eine Gletscherspalte hängen geblieben. |
| Die Neuschneeauflage war zum Glück so dick, dass ich nicht durchbrach und die anderen mich mit der Hand herausziehen konnten. Nach kurzer Suche war mein anderer Ski auch gefunden. Der Schreck saß tief. Nach ein paar weiteren Schwüngen mussten wir anhalten, um Luft zu schöpfen. Völlig erschöpft erreichte ich dann die Hütte. Als ich mich nach einer längeren Pause erholt hatte, klebte ich die Felle unter die Ski und ging ohne Rucksack nochmals zur "Gnifetti-Hütte". Es ging mit einmal alles viel lockerer und leichter. |
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| Am Abend begossen wir bei viel Rotwein meinen ersten 4.0000er. Am nächsten Tag war wieder herrliches Wetter. Mit dem richtigen Tempo ging es zur 4.350m hohen "Ludwigshöhe". Leider ging es nicht allen gut auf der Tour. Sepp hatte schlagartig Höhenprobleme bekommen. Da das Wetter sehr schön war, konnten wir ihn beruhigt mit einem Biwaksack bis zu unserer Rückkehr zurücklassen. Kurz vor dem Gipfel richteten wir das Skidepo ein, da uns die Randkluft den Weg versperrte und diese nur mit Seil, Steigeisen und Eispickel überwunden werden konnte. Langsam tasteten wir uns auf schmalen Grat zum Gipfel - geschafft! Auf dem Rückweg musste die Randkluft entweder wieder mit Seil oder durch einen ca. 2m weiten Sprung überwunden werden. Wir entschlossen uns für's Springen. Als erster sprang Stefan. Nach einem kurzen Anlauf blieb er beim Absprung mit dem Steigeisen in dem anderen Eisen hängen und stürtzte Kopfüber in die schneebedeckte Spalte, die zu unserer Verwunderung der Belastung stand hielt. Jetzt wussten wir, dass alle springen konnten, auch wenn wir die Spaltenkante nicht erreicht hätten. Der Schutzengel schwebte über uns allen. |
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| Mit gemeinsamen Kräften kamen wir wieder glücklich auf der Hütte an. Am Abend wurde das Ereignis wieder ordentlich mit Rotwein begossen, so dass wir bald selbst glaubten, dass das Kopfweh vom Rotwein kam. | |
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Der 3. Skitourentag wieder bei schönem Wetter stand uns bevor. Sepp ging es schlechter. Der Ruhepuls betrug mittlerweile 120, und die Atemnot nahm zu. Mit ungutem Gefühl Liesen wir ihn auf der Hütte zurück. Diesmal ging es auf die 4.432m hohe "Parrot-Spitze". In 4.350m Höhe legten wir wieder ein Skidepot an. Mit höchster Konzentration auf langem schmalen Firn-Grat ging es dann zum Gipfel. Der 3. Sieg über unsere physischen und psychischen Grenzen war erlangt. Die Berge herrschen jedoch uneingeschränkt in ihrer Schönheit weiter. Auf der Hütte angekommen, mussten wir feststellen, dass es Sepp nicht besser ging, so dass wir uns am nächsten Tag für den Abstieg entschlossen. Das Wetter sollte außerdem sehr schlecht werden. Durch Aufbietung seiner letzten Kräfte und unserer Hilfe, erreichten wir gemeinsam die Bergstation der Seilbahn. In der Talstation angekommen, verbesserte sich Sepp's Zustand spürbar. Die Heimreise traten wir dann über die Schweiz an. Gegen Abend erreichten wir unsere geliebte bayerischen Berge. Meine liebe Frau war überglücklich mich wieder zu sehen. Zu ihrer Freude hatte ich mir unfreiwillig während der Tourtage einen Bart wachsen lassen. Darauf hatte sie schon Jahrzehnte gewartet. |
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Ein Dankeschön gilt Christian Maas für die Vorbereitung, Durchführung und die Führung während der Tour. |