Sektion Rosenheim

DAV

des Deutschen Alpenvereins e. V.
   

Wanderwoche vom 29.6. - 6.7.2003 im
Naturpark PANAVEGGIO - PALE DI SAN MARTINO
 

Tourenbegeleiter: Adi und Gisela Kemmer
Teilnehmer: Auer Jutta+Clemens, Averdunk Birge, Bauer Ruth, Bohnheim Erika, Brandl Christl, Demmel Helga, Dietz Gudrun, Dirrigl Ingrid, Döhring Martha, Englmaier Erna, Fender Herbert, Gruber Anni, Hamberger Uschi, Hartmann Renate+Jochen, Heidenreich Heinz, Heimerl Juliane+Manfred, Huber Regina, Kemmer Gisela+Adi, Knabl Herma, Kögler Ernst, Kranzbühler Olga+Harro, Lamm Marianne, Möller Kurt, Müller Günther, Niedermaier Isi+Alfons, Niklaus Dicki, Suk Wolfgang, Weiß Paul, Winner Lydia+Franz
Text: Clemens Auer
Bilder: Clemens Auer, Adi Kemmer

Bei meist gutem Wetter konnten in dem idealen Wandergebiet fast alle Touren wie geplant durchgeführt werden. Erreicht wurden der Wilder See (2532 m) unterhalb der Wilde-Kreuz-Spitze, Tognazza (2209 m), Cavallazzo Grande (2324 m), Forc. di Juribrutto (2381m), Cima Bocche (2745m), Cima di Rosetta (2743m), Castellazzo (2333m), Passo di Lusia und der Mulaz (2906 m).


Für max. 32 Personen unter der Leitung von Adi und Gisela Kemmer ...so war es zumindest ausgeschrieben. Bei der Vorbesprechung im Flötzinger waren es dann schon 36 geworden. Nach einigem Hin und Her wurden Fahrgemeinschaften gebildet, die sich am Sonntag, 29.6. um 6.30 Uhr beim Rosenberger in Wörgl zur gemeinsamen Abfahrt treffen sollten. Nur die Herma und die Uschi wollten erst abends losfahren, weil sie vorher noch eine Gletschertour zum Großen Löffler machen mussten. Und auch die Gudrun bekam Ausnahmegenehmigung, weil sie noch mit ihrem Peter feiern musste, verständlich! Mit einem Diavortrag hat uns der Adi auf die Reise noch richtig heiß gemacht. Aber auch mit erhobenem Zeigefinger hingewiesen, wir sollten uns im Hotel ja gut aufführen (was sonst?), denn die Chefin Rita sei eine ganz, ganz Hantige! Davon später.

Sonntag, 29.6.

Treffpunkt Rosenberger: Die ganz Eiligen, die Demmel Helga und ihr Günther mit Beifahrerin Anni Gruber, waren schon kurz nach 6 Uhr da. Hätts eana ned so pressiert, dann hättns vielleicht a no den Rucksack von der Anni mitgnomma, der schee packt no dahoam gstandn is, aba des hams erst a paar Stundn späta im Valser Tal gmerkt. Alle anderen waren pünktlich da, Ausnahme die akademische 1/4-Stund Verspätung vom Dr.Jochen und seiner Renate. Da wir alle das österreichische Pickerl hatten, ging es schnell bis Innsbruck-Europabrücke. Hier verließen wir die Autobahn, um 1. die hohe Mautgebühr zu sparen und 2. kurz vor dem Brenner nochmal billig vollzutanken. Auf der italienischen Autobahn ging es rasch bis zur Ausfahrt Brixen. An der Zollstelle war der nächste Treffpunkt. Nacheinander kamen fast alle Autos an, nur der Günther fehlt. Der Adi ist ganz aufgeregt - ja wo kann er denn sei. Oiso fahrts zua, i wart da no a Weil. Bei Mühlbach ging es steil in Spitzkehren bergauf bis zum Parkplatz der Fanealm auf 1739m. Und wer steht do und wart scho lang... unser schneller Günther, der hat nämlich nicht getankt und ist gleich durchgefahren. Es hat dann ned lang dauert und der Adi war auch da und die erste Wanderung konnte beginnen. Es war ein herrlicher Tag, de Sonn hat scho ganz schee obabrennt, aba die Senioren von der Mittwochsgruppe sind ja bekanntermaßen hertgesotten. In 5 Stunden ging es über die Aschila-Alm und den Marblsee zum Wilder See (2532m) unterhalb der Wilde-Kreuz-Spitze.

Wilder See

Unterwegs Blumen, Blumen, Blumen. Da waren natürlich unsere Expertinnen, die Niedermaier Isi und die Döhring Martha gefragt. Almrausch, Enzian, gepunkteter gelber Enzian, Wiesennelken, Akeleien und jede Menge unbekannter Blumen. Bei der Rast am Wilder See konnten wir nicht einmal den Kemmer Adi animieren, ins Wasser zu springen, so kalt war es. Zurück über die Labesebenalm stellten sich uns auf einer Wiese (neben Kühen) Prachtexemplare von Türkenbund und Feuerlilien in den Weg. Da klickten die Fotoapparate. Nach 800 Hm erreichten wir unseren Ausgangspunkt, die Fanealm. Mit einem Weißbier und einer Brotzeit stärkten wir uns für die Weiterfahrt zu unserem Hotel. Zurück über die steilen Serpentinen auf die Autobahn bei Brixen. Mit Abblendlicht und 130 km/h rauschten wir in den Stau hinter Klausen. Im Schneckentempo bei Gluthitze kamen wir zur Stau-Ursache. Ein Blechhaufen wurde verladen. War es ein Auto, ein Motorrad oder beides, es war nicht mehr zu erkennen! So schnell kanns gehen. Weiter fuhren wir jetzt ganz gesittet bis zur Ausfahrt Auer/Neumarkt. Über eine steile Straße kamen wir nach Cavalese, Predazzo und Bellamonte zu unserem Hotel "Torretta". Gleich machten wir mit unserer "hantigen Rita" die ersten Erfahrungen. Die Frau, so um die 45, im feschen Dirndl, sah eigentlich recht gut aus. Aber wer an der Rezeption nicht sein Gepäck, für Doppelzimmer 2 Pässe und zwei Unterschriften hatte, bekam nix Zimmerschlissel. Mußte warten auf Partner/in. Irgenwann kamen dann, trotz einiger Verfahrer, alle an und die recht hübschen Zimmer konnten bezogen werden. Abendessen war um 19 Uhr. Da hatten wir noch Zeit das eine oder andere Viertele zu trinken. Punkt 7 Uhr war Einlaß in den Speisesaal und die Tische wurden besetzt, aber bitte "gleiche Gäste immer gleicher Tisch, wegen Getränke". Ja, ja, die Rita hat alles im Griff, nur uns nicht! Jeden Abend das gleiche Spiel: wer nicht Punkt 7 Uhr am Salatbuffet war, hatte nur noch die Auswahl zwischen grünem- und Karottensalat. Das Essen war stets gut und reichlich, nur der Nachtisch immer gleich einfallslos (nie ein Eis und das im Gelatiland!).

Montag, 30.6.
8 Uhr Ansturm aufs Frühstücksbüffet. Wurst, Schinken, Käse und Semmeln waren im Nu weg. Bergsteiger haben halt Hunger. Um 9 Uhr ist Abfahrt zum Rolle-Paß (1980 m). Aber was ist heute mit der Erna los? Ihr rechtes Auge brennt ganz fürchterlich und ist blutunterlaufen. Dr. Jochen Hartmann untersucht und versucht einen Augenarzt telefonisch zu erreichen. Niemand da, Urlaub! Er packt die Erna in sein Auto und fährt nach Predazzo. Die restliche Truppe parkt oben am Paß und steigt auf der Skiabfahrt hinauf zum Tognazza (2209 m). Welch prächtige Aussicht! Hier trennt sich die Gruppe. Gut die Hälfte will zusätzlich noch auf den Cavallazzo Piccola steigen. Plötzlich ruft unser Gaudi-Erni: "Ein Edelweiß". Keiner glaubt ihm. Zu Recht, denn es waren mindestens zehn! Klick, klick. Aber kann man auf den Gipfel überhaupt rauf, er steht recht zapfig da? Doch ehe man sich versieht, ist der Niedermaier Alfons schon droben. Jetzt müssen natürlich alle rauf. Einige elegant, andere auf allen Vieren. Immerhin, alle waren oben. Im Norden sieht man, wie Augen in der Landschaft,die Cavallazzo-Seen. Im Westen steht der Cavallazzo Grande (2324 m), unser Ziel. Aba zerscht gehts a ganz Stückl obi und drennt schweißtreibend wieder aufi, bis mir am Gipfekreiz gstandn san (zwei Holzprügel mit Stacheldraht verbunden - Überbleibsel aus dem 1. Weltkrieg).
Edelweiss am Cavallazzo Piccola

Wir machen ausgiebig Rats und grod wia ma geh woin, kimmt gemächlichen Schrittes a Mo mit weißer Kappe herauf. Natürlich warten wir, denn es ist Heinz Heidenreich, eine Legende unseres Alpenvereins. Hier war eines seiner vielen Kletterreviere und er erklärt uns die wuchtigen Gipfe: Cimon della Pala, Cima Corona, Cima Rosetta, Pala di San Martino, Schleierkante, Sass Maor, und, und, und. Wie der Mann sich das nur merken kann. Er ist jetzt immerhin schon rüstige 83 Jahre jung! Dann der geröllige Abstieg zum Rifugio Laghi del Colbricon. Die Autofahrer haben nur wenig Zeit, um einen Viertel Roten zu genießen, dann werden sie losgeschickt um die Autos vom Parkplatz zur Einkejr Malga Rolle zu holen. Nacheinander treffen alle ein und es wird eine zünftige Runde in einem gemütlichen Hütterl. Und es gibt zum Schluß ein ganz großes Hallo, als Jochen, Renate und unsere Erna dazukommen. Augenarzt haben sie keinen auftreiben können, aber Ernas Stoßgebete haben ein Wunder bewirkt. Ein herrlicher Sonnenuntergang beendet einen Traumtag.

Dienstag, 1.7.

Der Dienstag kommt neblig grau. Wir fahren zur Malga Vallazza rauf. Pferdegewieher begleitet uns den Weg hinauf zum Laghi di Juribrutto. Der Wind pfeift kalt, doch die Wiesen voller Arnika und sonstigen Blumen entschädigen uns. Beim See machen wir Rast und haben alle Hände voll zu tun, um eine Halbinsel voller Wollgras, Wiesennelken und Rosenwurz mit der Linse einzufangen. Aber Adi läßt uns wenig Zeit, wegen des drohenden Regens wollen wir wenigstens die Forc. di Juribrutto (2381 m) besteigen. Da es oben immer noch nicht tröpfelt, packen wir auch noch den Cima Bocche (2745 m).

Gipfelkreuz des Cima Bocche

Ziel erreicht, rasch zurück zum See, Bieselpause, und das Wetter wird immer besser. Über eine begeisternd schöne Schleife führt uns der Kemmer Adi, vorbei an der Malga di Juribrutto zum Ausgangspunkt Malga Vallazza zurück. Daß dieser graue Tag so schön geendet hat, wird natürlich mit einigen Litern Roten gefeiert.

Mittwoch, 2.7.

Ein strahlender Sonnenaufgang läßt die Bergspitzen erglühen. Bei azurblauem Himmel fahren wir über den Rollepaß die vielen Spitzkehren runter nach San Martino di Castrozza. Mit viel Geschick und Mithilfe von Dolmetscherin Lydia Winner handelt der Adi einen supergünstigen Preis für die Kabinenbahn auf den Col. Verde heraus. Immerhin sind wir jetzt schon auf 1955 m heroben. Hier trennen sich die Gruppen Heidenreich und Kemmer. Heinz geht mit seinen Ladies einen leichteren Weg ins Tal. Adi führt uns im Gänsemarsch auf schottrigem Gestein, teils recht ausgesetzt, aber dann seilversichert, bis zum Passo di Rosetta. Die Gemütlicheren wandern gleich zur Rosetta-Hütte mit ihren blau-weißen Fensterläden.

Rosetta-Hütte

Von hier erklärt der Möller Kurt die Namen der umgebenden gigantischen Bergspitzen. Die Gipfelsammler müssen sich den Weg zur Cima di Rosetta (2743 m) im unmarkierten Gelände selber suchen. Da Adi seinen "Hinter mir bleibts Befehl" aufgehoben hat, gab es oben auch keinen kompakten Gipfelauflauf. Zurück zur Rosettahütte, stärkten wir uns, je nach Gusto, mit Kaffe, Rotwein oder Franziskaner-Hefeweißbier für den langen Abstieg. Adi versammelt seine Mannschaft und erklärt die Route. Den Weg hat vor langer Zeit ein Adliger anlegen lassen und die Wegebauer nach Metern bezahlt. Die schlitzohrigen Arbeiter haben dann unzählige Serpentinen angelegt und dabei ganz wenig Gefälle eingebaut! Deszweng ham mia für den Abstieg nach San Martino glatte 3 1/2 Stunden braucht. Bereut ham ma davo koa Minutn, so schee war die Umgebung. Beim Abmarsch ham ma no gmoant, ja ko ma do überhaupt obigeh, so steil hots ausgschaut - ja aber die Serpentinen hams möglich gmacht. Von schroffen, steil aufragenden Felsen (nur für gute Kletterer geeignet) kamen wir langsam in den grünen Teil des Weges. Rast bei Col dei Becchi und erst 700 Hm geschafft.
Rast bei Col dei Becchei

Es gab halt viel zu schauen. Einige Klettersteige gehen hier weg, ums Eck rum ein paar Quadratmeter Wiese mit über 100 Edelweiß, danach ein Felsdurchschlupf. Dann eine botanische Seltenheit: eine Schopfige Teufelskralle, die nur in den Dolomiten wächst.

Schopfige Teufelkralle

Die Fotoapparate klicken. Endlich erreichen wir den Parkplatz bei der Bergbahn in San Martino. Heit komma bestimmt zum Abendessen zu spät. Rauf zum Rollepaß dann noch so a Tritschler (Preiß) vor uns, aba dem hamma ganz schnell unsere Auspuff zoagt.

 


Donnerstag, 3.7.

Kurz vor der Malga Venegia parken wir, queren ein munteres Bächlein und steigen bei düsterem Wetter erst durch einen Wald, dann über wunderbare Blumenwiesen Richtung Malga Juribello. Ziel ist heute der Castellazzo mit seinen 2333 m. Erst nieselt es, dann tröpfelts uind dann regnets. Aba der Gipfe muaß her. Kurz vor Erreichen desselben sitzt da die Heidenreich-Crew ganz ruhig beim Brotzeitln. Heinz, der Schlaue, ist nämlich von der Malga Rolle aus einen kürzeren Weg zum Castellazzo gegangen. Als es noch stärker zu regnen beginnt, konnten wir uns in eine künstliche Höhle flüchten. Eine Stellung aus dem 1. Weltkrieg bot uns einen Unterschlupf bis das Gröbste vorbei war. Heinz führte seine Truppe zur gemütlichen Segantini-Hütte, wo es recht zünftig gewesen sein soll. Wir folgten dem Adi den langen Weg zur Malga Venegiota. Einkehr.

Malga Venegiota

Hier wurde es ganz schnell recht lustig und unser schneller Herbert handelte dabei dem Adi ein Versprechen ab: Den Mulaz am letzten Tag darf er allein in seinem Tempo besteigen. Das waren ihm 2 Liter Roten und eine deftige Käse-Brotzeit wert. Heute ging es früher heim, denn nach dem Abendessen hat uns die "hantige Rita" zu einem gemütlichen Abend in die Taverne geladen. Selbige entpuppte sich als kleines Stüberl, in dem ein Musiker uns Gäste elektronisch so laut bearbeitete, daß die meisten gleich wieder geflüchtet sind. Nachdem er die Lautstärke erheblich zurückgefahren hat, kam der große Auftritt von Rita. Wir haben sie von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Sie war lustig, erzählte Witze, sang und jodelte mit einer wirklich schönen Stimme. Als Tanzen angesagt war und sich der Wolfgang Suk vom Stuhl erhob, schnappte ihn sich die Rita sofort und wirbelte ihn herum, daß unserem Sachsen ganz schwindelig wurde.

Freitag, 4.7.

Scheißwetter, es regnet nicht, es gießt! Führer Adi verschiebt die Abfahrt jeweils um 1 Stunde. Aber immer pünktlich da sein. Kartenspielen ist angesagt. Adi, Günther, Erni und Clemens spielen Schaffkopf. Alfons ist Zeuge, wie der Adi und der Günther die anderen Zwei nach Strich und Faden rupfen. Es wird 10, es wird 11, um 12 Uhr wird das Ziel verschoben und um 13 Uhr bei jedem Wetter losgegangen. Gut, daß wenigstens der Petrus mit uns ein Einsehen hatte, es wurde zusehends trockener. Adi hat uns heute ein besonderes Schmankerl versprochen. Auf dem Weg zum Passo di Lusia kommen wir an einem Feld vorbei, auf dem Hunderte von Feuerlilien blühen. Am Paß selbst ist es recht zugig und wir sind ganz froh, daß das Rifugio ganzjährig bewirtschaftet wird.

Der nette und geschäftstüchtige Wirt lädt uns gleich ein, auch im Winter zu kommen, denn hier wäre ein ganz besonders schönes Skigebiet und übernachten können wir natürlich bei ihm. Beim Abendessen überrascht uns die Rita mit der Mitteilung, daß am Samstag große Hochzeit sei und wir nicht in den Speisesaal könnten, sondern in die enge Kaverne ausweichen müssten. Unsere rührige Lydia zog die Abschiedsfeier einfach vor, und so versammelten wir uns nach dem Essen in der Empfangshalle. Rita spendierte einige Drinks, spielte auf der Gitarre und sang mehrere Lieder. Lydia trug witzige Gedichte vor und spielte mit dem ahnungslosen Clemens einen Sketch, wobei sie ihm einen Orden verlieh, diesen aber nach einiger Zeit wieder abnahm, weil solche ja nur "verliehen" und nicht verschenkt werden! Adi Kemmer las aus einem Buch mehrere Geschichten vor, bei denen das Zusammenleben von Bayern und Preißn differenziert erklärt wurde. Heinz erklärte in einem Vortrag, warum in der bayrischen Sprache "tschüss" gar nicht möglich sei, denn die Bayern kennen kein Ü, sondern höchstens ein "i" (Schlissl), ein "ua" wie Ruam, oder "ui" (Mui), vielleicht noch "ia" wie griaß di. Gegen Mitternacht spielte Heinz auf der Gitarre das Bergvagabunden-Lied und die Rita sang und jodelte recht hübsch dazu, was man von unserem Beitrag weniger sagen konnte.

Samstag, 5.7.
Am Gipfel des Mulaz Das Wetter ist durchwachsen und wir wollen auf den höchsten Palagipfel, den 2906 m hohen Mulaz. Die Autos parken wieder bei der Malga Venegia, wir wandern an Malga Venegiota vorbei und kommen nach 1 Stunde zum Einstieg, ein greislicher Schotterhaufen. Nach einer weiteren Stunde ist bei einer verfallenen Hütte Trinkpause. Jetzt ist der Herbert nicht mehr zu Halten, Turbo rein und ab die Post. Unter den Spitzen des Cima Focobon erneut Rast. Einigen reicht es, sie ziehen die Einkehr in der Mulazhütte dem Gipfelaufstieg vor. Der Rest der Kemmer-Truppe steigt den schmalen Weg hinauf zum Mulaz-Paß und quert hier rechts zur Nordseite. Noch 100 m vom Mulaz-Gipfel entfernt, kommt uns ein vergnügter Fender Herbert entgegen, er war als Erster droben! So gegen 12 Uhr haben auch wir es geschafft, mit etwas Verspätung auch die Erna. Zwar gibt es hier kein Gipfelkreuz, dafür jedoch eine recht fotogene Friedensglocke. So können wir sagen, wir haben auf den Mulaz nicht gebummelt, sondern gebimmelt. Abstieg und Einkehr in der Schutzhütte G.Volpi "Mulaz".

Das Wetter bessert sich zusehends. Wir bewundern noch die vielen Felstürme, ein wahres Kletterparadies. Dann treibt uns der Adi schon wieder an, der weitere Abstieg ist nochmal 3 1/2 Stunden lang und gar nicht ohne. Es gab so etliche Ausrutscher. Auf dem letzten Wegstück kommt uns die Lydia entgegen, die mit der Heinz-Crew eine herrliche Blumenwanderung im Val di Venegia gemacht hat. Nach fast 8 Stunden erreichen wir die Autos und fahren zurück ins Hotel. Hier treffen wir auf unsere Hotelchefin Rita, heute als Parkplatz-Zerberus. "Alle Bergsteiger rechts vom Hotel parken, alle Hochzeitsgäste links". In Festkleid und mit Stöckelschuhen huschte sie, wie ein Irrwisch von links nach rechts hin und her. Sie will eben alles perfekt machen. Saueng ging es an diesem Abend her, denn der Speisesaal war für die Hochzeitsgesellschaft festlich dekoriert und wir Alpinisten mußten mit dem kleinen Tavernen-Kammerl zurechtkommen. Ähnlich war es dann am Sonntag beim Frühstück.


Sonntag, 6.7.

Der Abschied dauerte, Rita sei Dank, etwas länger. "Erst Gepäck aus Zimmer, dann Schlissel an Rezeption, dann anstellen für Rechnung, in Reihe, bitte". Jeder bekam eine handgeschriebene Rechnung, von Computern hält Rita nichts. So konnten wir die Wandertage noch ein wenig nachtarocken und fanden, daß es einfach suuuuper war. Danke Adi, Danke Gisela. Die meisten machten sich bei herrlichem Sonnenschein auf die Heimfahrt. Ein paar Unentwegte bestiegen noch den Weißenstein.