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Erkundungsfahrt nach Sardinien 24.2.
- 5.3.1999 |
| Teilnehmer: Kurt Möller, Gotthard Weiser. |
| Am Montag, 22.2.99 ruft mich Kurt an, ob ich für seine(n) Reisekamerad(in) einspringen könnte. Nachkurzer Rücksprache mit meiner "Regierung" ist es klar: Es geht mit Kurts Auto und per Fähre auf die besondere Insel. Kurt möchte herausbekommen, was dort alles läuft, für seine AV-Wanderfahrt im Sommer '99. Er war schon im Dezember '98 dort, aber das Wetter war nicht berühmt.
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| Mittwoch, 24.2.1999: Anreise Über die Brenner-Rennbahn, dann Variante Parma nach Livorno. Kurzer Abstecher über La Spezia zu den Cinque Terre, erste Ortschaft Rio Maggiore. Wilde Küstenstraße mit grandioser Sicht übers Meer, malerischer Ort. Die Eisenbahn dorthin fährt meist unterirdisch und - tatsächlich. Wir erreichen Livorno am Abend, ein Wolkenschirm tut sich auf. Schlechtwetter? Nach etwas verwirrendem Kurven und Suchen erreichen wir den Frachthafen von Livorno. Container, Brummis, Kräne türmen sich übereinander. Endlich finden wir unseren Pott "Moby Rider", ausgelegt für viele LKW und wenig Passagiere, aber 180 m lang. Irgendwann ab 8h gehts los mit nächtlichem Funkenregen aus den Dieselschloten. Der einheimische Rote, das preiswerteste Getränk an Bord, schenkt uns einen guten Schlaf in der Kabine 802 bei leichtem Schiff-Schaukeln. Donnerstag 25.2.1999: Capo d'Orso, Capo Testa, Alghero Morgendliche Ankunft bei schönem Wetter in Olbia. Kurt unterzieht sein Auto beim Verlassen der Fähreeinem Härtetest - bestanden! Der Auspuff hat grade noch gehalten. Unverzüglich gehts los nach Palau im Norden, zum "Bärenkap". Nach unfreiwilliger Ortserkundung von Palau finden wir Straße und Weg zu der berühmten Granit-Verwitterung, wirklich eine Urlandschaft. Auf dem Pfad begegnen uns exotische Machia-Blumen, Schmetterlinge, Krokusse und eine Schwalbe. Das im Monat Februar! Hier wird es wohl nie richtig Winter. Schöner Blick auf die Bucht von Palau und den nahen Insel-Archipel von Santa Maddalena.
Der Nationalheld Garibaldi hat hier einige Jahre gelebt. Weiterfahrt über Santa Teresa zum Capo Testa, der Nordwestecke. Wir umrunden etwa in Meereshöhe die urigen Granitklippen des Kaps (Reste eines Schiffswracks). Vielleicht ein Eldorado für Kletterer? Die Naturkräfte haben hier künstlerische Arbeit geleistet. Anschließend eine abwechslungsreiche Fahrt Richtung Süden entlang der Nordwestküste; nahezu alle Landschaftsformen dieses Miniaturkontinents sind bereits hier zu sehen. Wir erreichen Nachmittags die alte Stadt Alghero (zuletzt von den Katalanen erobert) und beziehen für eine Nacht Quartier im ehemaligen Franziskanerkloster. Es gelingt uns sogar, eine bezahlbare Steh-Pizza zu ergattern. Vorsicht, dieses malerische Städtchen ist eine Touristen-Apotheke, Rasieren inbegriffen.
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Freitag 26.2.02: Nach Frühstück im
finsteren Franziskanergewölbe verlassen wir Alghero in Richtung Süden.
Unterwegs Besichtigung einer pisanischen Kirche und einer Nuraghe (steinzeitlicher
Rundbau), letzteres wegen überteuertem Eintritt nur aus der Ferne. An
der Südwestecke Capo Caccia angekommen, ist die dortige Grotte mangels
Stromspannung geschlossen. So können wir gleich die reizvolle Wanderung
hoch auf den Klippen hinüber zum Torre della Pegna beginnen. Auf
verwurschtelten Pfaden über Stock und Stein gehts durch die kratzige
Macchia, die gerade frisches Grün ansetzt und zu blühen beginnt. Ab
und zu ein tiefer Blick hinab über steile Felsfluchten zur Meeresbrandung.
An einer Stelle des verwunschenen Pfades findet man sich unversehens
hart am Rand eines senkrechten Abgrundes, also aufpassen, nix für jeden!
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| Zuletzt noch Brotzeit auf dem alten Wachturm aus katalanischer Zeit. Ankunft nachmittags in unserer neuen Billig-Bleibe "Wunder" im Pfarrdorf Valermosa. Das Hotelchen hat genau 1 Stern (d.h. Klo vorhanden), eine "Wunder-Bar", der Lack ist etwas ab und der Chef sagt uns auf deutsch zur Begrüßung, dieses eine Hotel sei zuviel am Ort. Es geht halt nix über eine gute Ausrede.Abends gegen 8 ist jährliche Marien-Prozession durch die Fluren und zurück durchs Dorf in die hellerleuchtete, offenstehende Kirche. Ein großes Holzkreuz wird waagrecht getragen und bei jeder Zwischenstation aufgerichtet. Dabei erklingen alte, etwas melancholische sardische Gesänge. Hauptsächlich Alte und ganz Junge gehen mit, das mittlere Alter fehlt. Zum Schmuck werden Tisch- und Bettücher aus den Fenstern gehängt und viele Lichterl am Straßenrand. Am Kirchplatz steht ein Händler mit türkischem Honig. So ists hier, wie im wirklichen Leben.
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| Samstag 27.2.99: Monte Arcuenta Überschreitung Die landschaftlich reizvolle Felskette des Arcuenta, ca. 3 km, besteht aus vielen Türmen und Gipfeln die, mit dem Monte Arcuenta beginnend, von Ost nach West überschritten wird.
Wir finden die richtige Straßenkurve mit sparsamer Markierung und erreichen über Almwiesen, dann durch steilen Felspfad den Gipfel des Arcuenta mit eigenartigem Kreuz sowie Marienstatue mit frischen Rosenkränzen - ein Wallfahrtsberg in dieser rauhen Gegend! Man muß sich vorstellen, daß auch alte sardische Weiberl hier herauf und vor allem wieder runterkommen. Nach Abstieg vom Gipfelaufbau Richtung Westen, teils weglos und immer wieder mal absteigend muß man sich einen Durchgang über Gipfel, Zäune und unter Felstürmen suchen. Es gelingt, das Wetter hält (kein Nebel), der Wind bläst manchmal heftig.
Plötzlich steht hier droben ein Stierkalb, dann noch paar Rindviecher. Sie sind blitzsauber, gut genährt, lange spitze Hörner und ein dichtes Zottelfell. Wahrscheinlich bleiben sie den ganzen Winter hier droben, Stuckerer zehn haben den ganzen Arcuenta für sich zum Grasen. Nach einem etwas unsauberen Abstiegswandl gehts hinüber zum letzten pilzförmigen Turm (Brotzeit, Sonne, windstill), dann wild durch dichte Macchia hinab zur Straße. Eine freundliche Ami-Familie nimmt uns mit im Jeep zurück zum Auto. Auch eine Parkmöglichkeit für den Astl-Bus wird noch ausgspechtlt, alles in Butter. Heim zu Pizza und Rotwein in die Wunder-Bar.
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| Sonntag 28.2.99: Punta Piscina, Orrida-Schlucht Nach Umrundung eines wasserlosen Stausees, Holperstraße, Parkplatz, ein Stück das untere Orridatal hinauf, dann links über den Bach und hinauf ins karstige Gelände auf die blankgefegte Punta Piscina. Schöner Aussichtspunkt inmitten einer wilden Felslandschaft, nur höhere Gipfel sind wolkenverhüllt. Abstecher zum Rand einer Schlucht, deren Bach den Orrida-Wasserfall speist. Zurück auf den alten Weg, dann rechts runter zu der großen Gumpe, in die sich der 45 m hohe Wasserfall ergießt. Wir bewundern das Naturschauspiel bei einer kurzen Brotzeit. Nun entlang des felsigen, glatten Bachbetts, teils mit seitlichem Gegenanstieg, talauswärts. Immer wieder Tiefblicke hinab zu den Wasserstürzen des urigen Wildbachs. Dieser muß nach etwas heikler Abkletterei nochmals überquert werden. Nun aber gehts erst richtig los: mal links, mal rechts vom Bach durch dichtes Ufergestrüpp. |
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Nur
stabilste Kleidung schützt vor den Stacheln der einheimischen Gewächse.
Die urige Geduldsprobe endet schließlich an einer hölzernen Schwabbelbrücke,
die auf den "Normalweg" leitet. Ab hier für jedermann, nach einiger
Zeit steht das Auto wieder da neben den Eukalyptusbäumen. Heimwärts,
der Stausee hat noch immer kein Wasser. Kommt vielleicht noch, das sardische
Wasserbauamt blickt weit in die Zukunft. Letztes Rotwein-Pizza in der
Wunder-Bar. |
| Montag 1.3.99: Bruncu Spina - Punta La Marmora Überschreitung, Oliena Heute Ortswechsel (vom Südwesten) nach Oliena am Fuß der Supramonte-Berge im Osten. Zuerst erreichen wir die "Barbaria" in den Gennargentu-Bergen, dem Dach Sardiniens. Höhenstraße mit weitem Ausblick in alle Richtungen, dann Rifugio am Fuß der Bruncu Spina. Schnee, ca.1h rauf zum Gipfel 1824m. Dort viel Techno-Steckerl und Handy-Batterien. Bei winterlichen Verhältnissen schöner Übergang zur Pta La Marmora 1834m, Dachspitz der Insel mit MordsEdelstahlKreuz. Ein Rudel echte Mufflons zieht in der Ferne vorbei. Rundblickbrotzeit, das Wetter hält, Handy-Calls nachhause. Wir durch die Einsamkeit zurück zum Auto und nach Oliena zum CiKappa, 3 Sterne, die Dusche ist nicht baufällig.
In der Bar Centrale laden uns Einheimische auf eine Runde Roten ein, wir quatschen so gut es geht, Zigarettenaustausch. Mein Feuerzeug mit Ludwig-II-Konterfei macht die Runde. "Re Ludovico di Baviera" sagt einer sachkundig, dann Tippen an die Stirn und noch "bancorotto". Man kennt sich aus hier, Bayern ist wirklich berühmt! Meine Bemerkung, sie seien keine Italiener sondern Sarden bringt eine weitere Runde Roten. Ein urtümlicher Sarde mit Mini-Kopf und Haklnase singt plötzlich mit Kopfstimme sehr urtümliche Lieder, wobei er mit der Rechten sein Ohrwaschl zuhält, Tradition. Abschluß mit einer Runde von uns. Abends im CiKappa gute Rotweinpizza. Dienstag 2.3.99: Supramonte: Punta Sos Nidos, Monte Corasi Der höchste der Supramonte-Berge muß heute dran. Der Ausgangspunkt Rifugio Macione wird auf Anhieb gefunden, hier rauf kann man den AstlBus grad noch schicken. Über Schotterstraße gehts durch Steineichenwälder, dann mit freiem Blick zur Marmora, aufs Joch. Wir gehen zuerst links zur Punta Sos Nidos, einem nackerten Steinbuckel, über markierten Pfad, dann wild übers Karstgestein hinauf. Droben 1 Stoamandl, 1 Schafherde, 1 sardischer KaiserRabe und 1 umfassender Ausblick über Kultur- samt Mondlandschaft.Wieder hinab in die Karstschüssel und drüben rauf zum eigentlichen Ziel Monte Corasi.
Brotzeitausblick von Oliena (tief unten) bis zu den barbarischen Bergen von gestern, im leuchtenden Schnee. Eine Abstiegsvariante über die Quelle Dadda bringt oben interessantes Karstgelände, dann ungepflegten Schutt im Steineichenwald, Wildsaugewühl. So gibts noch an gscheiden Durscht, der im Macione gelöscht wird. Kurt sammelt erste Hinweise über die hiesigen Leihautotarife, Zahlen mit vielen Nullen. Dann in Oliena Jeeptarife, nur mit Fahrer, noch schlimmer. Kurt kriegt Sorgen, ob sein AV-Wanderprojekt aus Preisgründen zur Badefahrt verkommt. Ein guter Roter bricht die Sorgen, und sei es nur bis morgen. Mittwoch 3.3.99: Punta Cusidore (II), Grotta Orgoi, Grotta Sa Oche Der letzte bedeutende der Supramonte, zwar niedriger als der Corasi, aber mit imponierend hohen, glatten und senkrechten Felswänden (KlettererEldorado) steht heute auf der Wunschliste. Bevors losgeht, gehts schon los: erst nach etlichen Fehlversuchen finden wir die einzig mögliche und richtige Abstellmöglichkeit für ca. 1 PKW in der weitverzweigten sardischen Pampa. Man arbeitet schon in den zahlreichen Weinbergen. Die Bauern nicken uns arbeitslosen Touristen freundlich zu, sind wir doch Devisenbringer. Außerdem hat man die Feldwege extra wegen uns brandneu asphaltiert - sardische Gastfreundschaft. Der einzig richtige Anstiegsweg verliert sich allmählich im Gestrüpp, kann aber immer wieder neu entdeckt werden. Eine Machete wäre hilfreich, Schwächen der Ausrüstung rächen sich jetzt. Nach etwa 1h Verhau erreichen wir endlich die im Führer angekündigte "steile Geröllrinne", deren Bewältigung "mühsam" ist. Im Vergleich zum vorherigen Gewurschtel wirkt sie eher entspannend. Nach etwa einer weiteren Stunde sind wir, an den Westwänden der Cusidore vorbei (Fleischbankformat), auf der Hochfläche, finden links haltend den passenden Einstieg in die Südflanke (eine Stelle II) und sind bald am Gipfel.
Ein ähnlich schöner Rundblick wie von der benachbarten Punta Sos Nidos reicht von der Orsieri-Bucht im Osten bis zu den barbarischen Bergen. Der Heimweg ist genauso struppig, etwas für Liebhaber. Im CiKappa erfährt Kurt zu seiner (halben) Erleichterung von einem Autoverleih in der nahen Provinzhauptstadt Nuoro.
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| Donnerstag 4.3.99: Monte Limbara, Tomba dei Giganti (Arzachena), Costa Smeralda, Olbia Ab heute sozusagen schon heimwärts. Als erstes gute Nachricht in Nuoro: es gibt normale, kleine PKW bezahlbar zu leihen. Kurts Erleichterung ist nun vollständig, er schnappt sich Tarife und Faxnummer. Auf gehts wieder nach Norden, eine einladende Schnellstraße ist plötzlich zu Ende, noch im Bau. Trotzdem erreichen wir Nachmittags, nach interessantem und zuletzt steilem Kurven den Touristenparkplatz schon fast ganz droben am Monte Limbara. Die große flache Granitkuppe ist massiv gespickt mit Technotürmen, einige -zig an der Zahl, habe sowas noch nie gesehen. Eigentlich ist es ein Wallfahrtsberg, Santa Maria della Neve steht in ihrer kleinen Kapelle bescheiden daneben, ganz ohne Handy. Wir stürmen den Rest zum graniternen Gipfel, Wolken drohen, die Sonne zeigt sich grade nochmal, es stürmt heftig und ruckartig. Zurück aus den Felsen, geht der Regen los und zwar ausgiebig. Das war wieder mal ein timing! Auf dem Weg nach Olbia streifen wir noch zwei steinzeitliche Hünengrabanlagen, die letztere besonders eindrucksvoll. Jahrtausende haben den aufgestellten Granitplatten nichts anhaben können. Vor der Plattenreihe Platz für die Totenfeier, dann ab durchs einzige kleine Loch in die Unterwelt. Symbolkraft der Steinzeit?
Ein letzter Schwenk an der berühmten Costa Smeralda vorbei, und wir sind in Olbia. Moby Rider wartet schon wieder und sticht pünktlich um 20h in See. Beim Geschnatter der Bordfernseher stelle ich fest, daß ich plötzlich italienisch verstehe, rein akustisch natürlich nur. Das Schlagerfest San Remo ist vorbei, es geht um profaneres, Lottoziehung etwa. Ein blondes Sternchen aus Garda darf diesmal Zettel aus der Superglücksmaschine holen. Das Sternchen lächelt unsicher in die Kamera und findet erst wieder zu sich selbst, als es sich an den Arm des berühmten Moderators klammert. Ja, Schaumachen muß man den Italienern nicht erst lernen. Allmählich schiebt uns der gute einheimische Rote ins Bett, diesmal eine Tür weiter, Kabine 804, aber noch enger als 802. Dafür geht die Klospülung, das alles für lumpige zwei Hunnies. Freitag 5.3.99: Lustige Seefahrt Unser Pott rollt diesmal nicht so sanft wie bei der Hinfahrt. Jetzt stampft er auch noch, alles zugleich natürlich. Ich klemme meine Pfote zwischen Matratze und Gestell um nicht im Bett zu verrutschen, schließlich mag man seine Ruh haben bei der Nacht. Eine Tasse scheppert draußen, aha, die ham das Gschirr net gscheit aufgräumt die Schlamper, hamirs do glei denkt. Weitere Tassen scheppern, irgendwas rutscht immer hin und her. Ab und zu packt eine harte See den Pott von allen Seiten und läßt ihn erzittern, es gibt einen richtigen Schlag. Jetzt schepperts eisern drunten in den LKW-Garagen. Knarzen tut sowieso ständig alles. Jedenfalls bin ich im Bett fixiert und schau daß ich das Theater mitmache, so schläft man am besten. Kurt beschwert sich auch nicht, also ist alles in Ordnung. Irgendwie erwischen wir eine Haubn voll Schlaf und erwachen morgens beim eitelsten Sonnenschein, alles in Butter. Ich schau beim Bullauge raus, richtig, die Sonne im Osten, aber kein Land. Eigentlich sollten wir schon im Frachthafen von Livorno sein. Oben an Deck sehe ich Land, ziemlich nah, aber im Westen. Irgendwas versteh ich da nicht ganz, muß aber doch irgendwie stimmen. Plötzlich kommt Kurt daher:"du, ich muß dir was merkwürdiges sagen, wir sind bei Korsika". Ja dann! Grund: es weht der "ponente", wie man auch im Bordfernseher nachsehn kann. Moby Rider hat sich während der Nacht nicht in die starke Dünung getraut. Man kann sich vorstellen was passiert wenn sich einer der Sattelschlepper an Bord von der Kette losreißt. Die Wirkung wäre durchschlagend. Da schippern wir lieber den ganzen Tag über an Korsika entlang, hin und her. Mehrere Ausbruchversuche werden durch Beidrehen beendet. Es gibt eine Lage Gratismahlzeit, später spendiert der Käptn ein nichtalkoholisches Getränk. Kurt lernt mir Skat für zwei, bald ist es Abend. Moby Riders neuer Ausbruchsversuch klappt, das Schiff rollt stark aber gleichmäßig, die Dünung kommt von achtern. So schaffen wirs in wenigen Stunden bis Livorno. Kurt erfragt noch an Bord ein bezahlbares Hotel, welches wir auch ziemlich rasch finden. Die Eignerin von "Gran Sasso" ist nicht überrascht, je später der Abend umso lieber die Gäste, sie wird außerdem von zwei bellgewaltigen Minihündchen beschützt. Pizza kurz vor elf, nix fehlt uns mehr. Übrigens, Gran Sasso ist 1 Stern und picobello. Samstag, 6.3.1999: nix wia back to Rosenheim! Die vorletzten DMchen verschwinden bei Signora Gran Sasso, Tanken, ab auf die autostrada via Parma, diesmal bei Tageslicht durch die Toskana. Bei Verona braucht Kurt einen Kaffee, er kurbelt ja alles selber runter. Also, ab in die nächste servizio. Dort Massen von Autos, alle mit Ski. In der Bar nix wie Schlangen. Kurt ab zur nächsten. Dort dasselbe. Drei Stationen haben wir versucht, Wahnsinn. Noch nie so einen Massenauflauf gesehen. Montag ist ein italienischer Feiertag, natürlich wegen Maria. Na dann. Die Seefahrt war beileibe nicht das letzte Hindernis! Die vierte Station, kurz vor Bozen, ist ok. Kurt ist endlich frisch aufgeladen und tuckert... nix wia back to Rosenheim, erst über Kaibemoor. Kurzer Kaffee bei Ingrid, eine wunderschöne Fahrt ist glücklich zu Ende! |